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Wie kannst du Konflikte mit deinem Kind bezüglich Bildschirmzeit reduzieren?

„Meine fünfjährige Tochter und mein dreijähriger Sohn stehen neben mir, schreien und Tränen laufen über ihre Wangen. Wir wollen Ipad gucken! Bitte! Sie schreien in verschiedenen Tonlagen. Ich schaue auf die Uhr und sehe, dass es erst drei Uhr am Nachmittag ist. Auf keinen Fall eine Uhrzeit, zu der ich als Eltern möchte, dass meine Kinder auf der Couch sitzen und Kinderprogramme sehen. 15 Uhr ist die beste Zeit für Outdoor-Aktivitäten, wenn das Wetter es zulässt, oder für Indoor-Aktivitäten wie Malen oder Puzzeln. Jetzt schreien sie seit mehr als 10 Minuten und ich habe das Gefühl, dass meine Geduld langsam vorbei ist. Nach mehreren Versuchen, sie an anderen Aktivitäten zu beteiligen, gebe ich auf und schalte das iPad an. Endlich ist es ruhig! Aber ich fühle mich nicht ein bisschen gut, weil ich weiß, dass die Kinder eigentlich nicht Ipad sehen sollten… “

Dies war stets unsere Herausforderung, bevor wir eine Lösung fanden, die für uns funktioniert. Zum Glück schauen meine Kinder nicht mehr so viel iPad, aber ich erinnere mich noch daran, wie schwierig es war, eine Lösung zu finden. Im Folgenden findest du Tipps zu verschiedenen Lösungen, die Bildschirmzeit regulieren und Konflikte um die Bildschirmzeit reduzieren. Unten teile ich auch die Lösung, die für uns funktioniert.

Teile uns gerne mit, welche Regeln du für dein Kind hast und was für euch gut funktioniert hat. Wir sind gespannt auf deine Antwort!

Die aktuelle Situation?

In der heutigen digitalen Welt ist Screen-Time ein sehr aktuelles Thema für Kinder. Kinder kommen früher als je zuvor mit verschiedenen Arten digitaler Medien in Kontakt. Sie sehen nicht nur fern, sondern verwenden auch Ipad, Smartphone und Spielekonsolen, um nur einige zu nennen. Die Bildschirmzeit ist eines der häufigsten Themen, über die sich Familien im Alltag streiten. Eltern müssen über eine bewusste und gute Medienkompetenz verfügen, die sie ihren Kindern vermitteln können, denn zu viel Bildschirmzeit schädigt Kindern. Medienkompetenz bedeutet, zu wissen, wie lange ein Kind fernsehen sollte, welche Programme oder Spiele geeignet sind, Inhalte kritisch zu betrachten und wann es Zeit ist, eine Pause einzulegen.

Wie wirkt sich zu viel Bildschirmzeit auf Kinder aus?

In den letzten Jahren haben die Bedenken hinsichtlich der negativen Auswirkungen einer zu langen Bildschirmzeit allgemein zugenommen. Kinder müssen direkten Kontakt mit verschiedenen Objekten haben, um ihr Gehirn zu entwickeln. Und sie müssen an die frische Luft gehen und sich bewegen. Dies fördert die sensomotorische Entwicklung. Zu viel Bildschirmzeit kann dies kannibalisieren.

Die WHO hat kürzlich Empfehlungen herausgegeben, wonach Kinder bis zum Alter von 5 Jahren ihre körperliche Aktivität steigern müssen. Sie sitzen zu viel still, zum Beispiel weil sie vor dem Fernseher sitzen. Die WHO sieht das Risiko, dass Kind die zu viel Still sitzen übergewichtig werden und später im Leben an Folgekrankheiten leiden. Gute Gewohnheiten werden in einem frühen Alter etabliert und daher ist es wichtig, sich in einem frühen Alter auf körperliche Aktivität zu konzentrieren.

Zu viel Bildschirmzeit kann sich auch nachteilig auf das direkte Wohlbefinden auswirken. So kann kann sie die Zeit verringern, die Kinder im Freien verbringen oder mit Freunden interagieren. Beides Aktivitäten, die das Wohlbefinden eines Menschen fördern. Kinder müssen verschiedene körperliche Aktivitäten und Hobbys ausprobieren, um ihre Interessen zu entwickeln. Dies macht es einfacher, Bildschirmzeiten zu vermeiden die durch Langeweile entstehen.

Wie viel Bildschirmzeit wird für verschiedene Altersgruppen empfohlen?

Dies hängt davon ab, wen man fragt. Die WHO empfiehlt für 3-4-Jährige maximal 1 Stunde sitzende Bildschirmzeit pro Tag.

Die Organisation “Schau hin” empfiehlt maximal 30 Minuten Bildschirmzeit pro Tag bis zum Alter von 5 Jahren. Von 6-9 Jahren werden maximal 60 Minuten pro Tag empfohlen.

Die “ZHAW angewandte Psychologie” empfiehlt, dass Kinder bis 3 Jahre nicht fernsehen sollten, da sie zu jung sind, um zu verstehen, was Anlass zur Sorge geben kann. Aufgezeichnete Kinderprogramme speziell für ihr Alter sind jedoch in Ordnung. Kinder von 3 bis 5 Jahren sollten maximal 30 Minuten Bildschirmzeit pro Tag haben. Und 6-9-Jährige sollten maximal 5 Stunden Bildschirmzeit pro Woche haben. Für Kinder über neun Jahre kann ein Wochenbudget für die Bildschirmzeit eingerichtet werden. Dann können sie dafür verantwortlich sein, an welchem Tag sie die Stunden nutzen möchten.

Wenn Kinder älter werden, ist es nicht so einfach zu erkennen, wie schädlich die Bildschirmzeitdauer ist. Dann müssen die Eltern auch den Grund für die Bildschirmzeit berücksichtigen. Wenn sich das Kind von sozialen Kontakten oder aktiven Aktivitäten zurückzieht, ist es sehr wahrscheinlich, dass es schädlich ist.

Welche Lösungen können helfen, die Bildschirmzeit zu regulieren?

Es ist wichtig, ein Gleichgewicht zwischen Regeln und Freiheit zu finden, das in deiner Familie funktioniert. Niemand fühlt sich gut mit zu vielen Regeln, aber ganz ohne Regeln funktioniert es auch nicht. Wenn die Regeln zu streng sind, findet das Kind oft einen Weg, sie zu umgehen. Wenn sie alt genug sind, gehen sie möglicherweise zu Freunden, wo sie so viel fernsehen dürfen, wie sie möchten, oder ohne Unterbrechung Spiele spielen dürfen.

Hier sind Vorschläge, wie die Bildschirmzeit reguliert werden kann:

1

Klare Regeln, wann die Bildschirmzeit zulässig ist. Zu welchen Zeiten? Welche Situationen? Welche Tage? Es ist wichtig, dass die Regeln befolgt werden. Andernfalls verlieren sie an Wirkung.

2

Entscheidet die Regeln zusammen. Beispielsweise kann ein Bildschirmzeitvertrag zwischen Eltern und Kind geschlossen werden.

3

Spreche über die Bildschirmzeit und warum es schädlich ist, zu viel zu konsumieren. Ein besseres Verständnis erleichtert es dem Kind, die Regeln zu befolgen.

4

Telefon, iPad und Smart TV können so eingestellt werden, dass nicht mehr als die zulässige Zeit geschaut werden kann.

5

Nutze eine Eieruhr, die läutet, wenn die Bildschirmzeit abgelaufen ist

6

Setze eine festgelegte Zeit im Tagesablauf fest, zu der dein Kind fernsehen darf.

7

Führe Handyfreie Tage für die ganze Familie ein

8

Erlaube keine Bildschirme (Fernseher, Telefon, iPad, Spielekonsole …) im Kinderzimmer

9

Sei ein gutes Vorbild. Wenn die Eltern ständig am Telefon surfen, ist es schwierig, das Kind dazu zu bringen, andere Regeln zu befolgen.

10

Wende die 3-6-9-12-Regel an: kein Fernseher vor 3 Jahren, kein eigene Spielekonsole vor 6 Jahren, Zugang zum Internet nach 9 Jahren und Nutzung sozialer Netzwerke erst nach 12 Jahren.

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Unsere Lösung!

Wir hatten Probleme mit den Kindern, die mitten am Tag iPad schauen wollten. Zu einer Uhrzeit, wo wir eigentlich wollten, dass sie draussen spielen und Freunde treffen. Es kam dann oft vor, dass sie zu lange Kinderprogramme auf dem iPad sahen. Sie hörten nicht zu, wenn wir nein sagten, und nörgelten einfach weiter, bis wir nachgaben.

Unsere Lösung: wir haben eine visuelle Wanduhr entwickelt, auf der die Aktivitäten unserer Kinder mit Hilfe von wiederverwendbaren Aufklebern neben der Uhrzeit sichtbar sind, zu der sie stattfinden sollen. Zusammen mit den Kindern haben wir beschlossen, dass sie jeden Tag um 17.00 Uhr für 30 Minuten Kinderprogramme auf dem Ipad sehen dürfen. Anstatt mit Nein zu antworten, wenn die Kinder fragen, antworten wir mit der Frage, was zeigt die Uhr an? Ist es schon Ipad Zeit? Ich muss als Eltern nicht mehr Nein sagen. Es ist die Wanduhr die Nein sagt. Und das ist für die Kinder viel einfacher zu akzeptieren. Wir haben unsere Streitigkeiten darüber auf ein Minimum reduziert. Und das fühlt sich so gut an!

Nach positiven Rückmeldungen von Angehörigen und Freunden beschlossen wir, die Wanduhr zu produzieren. Wir haben ihr den Namen Routine Day gegeben. Die erste Lieferung erfolgt in wenigen Wochen. Wenn du daran interessiert bist, lese bitte hier mehr darüber. Eine Vorbestellung ist auch schon möglich.

Inhalt: Wie kannst du Konflikte mit deinem Kind bezüglich Bildschirmzeit reduzieren?

Quellen:

Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) FIM Studie

ZHAW angewandter Psychologie, Broschüre Medienkompetenz

World Health Organisation WHO Guidelines 

Schau Hin, Der Medienratgeber für Familien, Artikel Wieviel ist gut für dich?