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So hast du weniger Streit mit deinem Kind an Weihnachten

Die Kinder sitzen auf dem Rücksitz des Autos und wir sprechen über ihre Wunschzettel für Weihnachten. Meine fünfjährige Tochter möchte einen Barbie, ein Kuscheltier, ein echtes Pferd und ein Buch über Einhörner. Mein dreijähriger Sohn möchte einen echten Traktor mit einem großen Anhänger, Autos, Aufkleber und ein Handy! Ich sitze auf dem Vordersitz des Autos und denke darüber nach, wie ich meinen Kindern verständlich machen kann, dass der Weihnachtsmann, der unsere Familie besucht, keine so teuren, großen oder lebenden Geschenke bringt …

Als ich nach Hause komme, fragt mein Mann, was wir zu Weihnachten essen werden. Und ich mache mir eine mentale Notiz, dass er sich noch nicht dafür interessiert hat, was die Kinder als Weihnachtsgeschenk bekommen. Ich habe auch schon mein eigenes Weihnachtsgeschenk für mich bestellt …

Eine gewöhnliche Situation vor Weihnachten in einer gewöhnlichen Familie. In meinem Beispiel gibt es viele mögliche Konfliktthemen. Aber muss es so sein? Was können wir tun, um das Konfliktrisiko zu Weihnachten zu verringern?

Inhalt

Die häufigsten Konfliktgründe zu Weihnachten

Studien zeigen, dass mehr als 50% der Deutschen zu Weihnachten streiten. Das ist mehr als im Rest des Jahres. Was ist es also, das zu Weihnachten so viele Konflikte in der Familie verursacht?

1.
Hohe Erwartungen

Jeder in der Familie hat Erwartungen an Weihnachten. Viele Menschen möchten, dass ein Weihnachtsfest perfekt verläuft, dass alles perfekt zu Hause aussieht und auch sehr gutes Essen soll es geben. Es entsteht Stress, der oft zu Konflikten führt.

2.
Unterschiedliche Erwartungen

Wenn die Familie zusammenkommt und andere Verwandte trifft, kommen Menschen zusammen, die unterschiedliche Erwartungen an Weihnachten haben. Manchmal können es Erwartungen sein, die nicht miteinander in Einklang gebracht werden können, oder unrealistische Erwartungen.

3.
Ein enger Zeitplan

An einem Tag soll die Feier zu Hause sein, am nächsten Tag bei Großeltern oder einem anderen Verwandten. Ein zu enger Zeitplan bedeutet, dass es keinen Platz für Ruhezeit oder Zeit alleine gibt. Und viele Menschen brauchen genau das, um ihre gute Laune und Ruhe zu bewahren. In diesem Jahr, wenn die Coronapandemie in vollem Gange ist, wird dieser Punkt hoffentlich ein kleineres Problem sein.

4.
Gestresste Eltern

Gestresste Eltern, die versuchen, alles zu schaffen und alle glücklich zu machen, vermitteln Stress an ihre Kinder, anstatt ruhe zu vermitteln. Kinder spüren die Gefühle ihrer Eltern und können darauf mit schlechtem Benehmen reagieren, was zu noch mehr Stress führt.

5.
Viel Zeit zusammen

Während der Weihnachtszeit verbringt die Familie mehrere Tage hintereinander viel Zeit miteinander. Viel mehr Zeit als an einem normalen Tag oder Wochenende. Wenn Menschen viel Zeit miteinander verbringen, entstehen natürlich Konfliktsituationen

Wie du Konflikte an Weihnachten reduzieren kannst

Das kann getan werden, um Konflikte mit deinem Kind in der Weihnachtszeit zu reduzieren? Unten findest du Tipps.

Vorbereitungen vor Weihnachten

1.
Rede über die Wünsche der Familie

Stellt euch die Frage, was ihr zu Weihnachten in eurer Familie tun möchtet. Konzentriert euch auf das, was ihr tun möchtet, und entfernt die Aktivitäten, die für euch nicht wichtig sind. Diese können zu einem anderen Zeitpunkt durchgeführt werden oder gar nicht… Redet auch, über Themen, die ihr zu Weihnachten nicht besprechen wollt. Auf diese Weise können häufig auftretende Konfliktthemen vermieden werden, und ihr könnt zu einem anderen Zeitpunkt darüber sprechen.

2.
Teile die Vorbereitungen zwischen euch

Wenn eine Person für die Vorbereitung verantwortlich ist, wird diese Person noch vor Weihnachten gestresst und müde sein. Teilt die Verantwortung für die Weihnachtsvorbereitungen auf. Wer soll was machen? Wann soll es gemacht werden? Bezieht eure Kinder in die Planung ein. Je nach Alter können unterschiedliche Dinge delegiert werden. Auch kleine Kinder können beim Backen oder Dekorieren des Hauses helfen.

3.
Reduziere deine Erwartungen

Muss Weihnachten perfekt sein? Und was genau ist ein perfektes Weihnachtsfest? Unterschiedliche Menschen werden unterschiedlich reagieren, weil wir als Individuen unterschiedlich sind. Und dann müssen wir akzeptieren, dass andere Menschen nicht immer genau das tun, was wir wollen. Und es gibt nur eine begrenzte Zeit, so dass wir möglicherweise nicht für alles Zeit haben, was wir wollen. Hat dein Kind geholfen, das Haus zu dekorieren oder zu backen? Akzeptiere dann, dass sich die Dekoration nicht genau an der Stelle befindet, an der sie sich normalerweise befindet, oder dass die Kekse anders aussehen.

4.
Plane mehr Zeit ein

Macht einen Plan für die Weihnachtstage. Denkt daran, Platz für unvorhergesehene Ereignisse zu lassen und Ruhezeiten einzuplanen.

5.
Schaue die Geschenke durch, die du deinen Kindern gibst

Schaut, ob Konflikte um die Geschenke vermieden werden können. Zum Beispiel: Gibt es ein Weihnachtsgeschenk, das Batterien benötigt? Um Eifersucht unter den Geschwister zu vermeiden: Sind Weihnachtsgeschenke für Geschwister ungefähr gleich groß?

6.
Spiele Kaufladen mit deinem Kind

Kaufladen zu spielen ist eine der besten Möglichkeiten für Kinder, zu verstehen, dass Dinge Geld kosten. Es kann deinem Kind helfen zu verstehen, dass es nicht alle Weihnachtsgeschenkwünsche erfüllt bekommen kann

7.
Bring deinem Kind Dankbarkeit bei

In einem früheren Blog-Artikel habe ich darüber geschrieben, dass Dankbarkeit ein großer Motivationsfaktor ist. Studien haben gezeigt, dass Dankbarkeit auch ein Schlüssel ist, um sich gut zu fühlen und sich mit dem eigenen Leben glücklicher zu fühlen. Bring deinem Kind Dankbarkeit bei, indem du es für wohltätige Zwecke engagierst. Jüngere Kinder können helfen, Spielzeug und Kleidung zu sortieren, die an andere Kinder verschenkt werden können. Ältere Kinder können bei wohltätigen Aktivitäten mithelfen.

8.
Bereite ein Mantra vor

Kommst du leicht in Konflikt, wenn du gestresst bist? Oder wirst du normalerweise zu Weihnachten irgendwann wütend? Denk darüber nach, was in der Vergangenheit passiert ist, und bereite ein Mantra vor, das du dir sagen kannst, wenn die Situation erneut auftritt. Z.B: „Ich behalte meine Gelassenheit. Die Kinder spielen laut, weil sie Kinder sind und das ist in Ordnung.“

9.
Nimmt dir Zeit für dich

Wenn möglich, nimm dir ein paar Stunden Zeit, um etwas für dich selbst zu tun. Mach einen langen Waldspaziergang. Ruhe dich in einem wunderbaren Bad aus. Lade deine Reserven vor Weihnachten auf. So startest du Weihnachten mit einem ruhigeren Selbst.

10.
Plane Videoanrufe ein

Aufgrund der Coronapandemie müssen viele Familien dieses Jahr ihre Traditionen ändern und mit wem sie feiern. Viele bleiben nur bei ihrer eigenen Familie und viele ältere Menschen bleiben zu Hause. Plane Video- oder Telefonanrufe mit den Personen ein, die du sonst gerne getroffen hättest. Dann weisst du, wann ihr sprecht, und kannst dies in die Planung für den Rest des Weihnachtsfestes einbeziehen, und du kannst deine Kinder zur richtigen Zeit bereithalten.

11.
Bereite Aktivitäten für die Kinder vor

Es kann gut sein, ein Paar Aktivitäten vorbereitet zu haben, die die Kinder tun können, wenn sie sich in den Weihnachtsferien langweilen. Bereitet etwas kreatives vor. Baut ein neues Lego-Kit. Probiert ein neues Brettspiel. Oder anderes.

Während Weihnachten

12.
Binde alle ein, einschließlich der Kinder

Teilt die Aufgaben zwischen euch, die ihr zu Weihnachten erledigen möchtet. Jeder hat seine Aufgaben, für die er verantwortlich ist. Wenn ihr schon davor einen Plan gemacht habt, bleibt dabei. Wenn ihr noch keinen Plan erstellt habt, teilt auf, wer was tut. Seid klar in der Kommunikation. Wer? Was? Wann?

13.
Zeig Dankbarkeit

Weihnachten ist eine Zeit für Familie und Dankbarkeit. Es kann sehr befriedigend sein, wirklich zu sehen, was jemand anderes getan hat, und sich dafür zu bedanken. Nimmt dir ein paar Minuten am Tag Zeit, um darüber nachzudenken, wofür du glücklich und dankbar bist. Es erhöht dein Wohlbefinden.

14.
Hilf deinem Kind, mehr Dankbarkeit für die Geschenke zu zeigen

Macht die Bescherung bewusster, indem ihr die Pakete von einer Person verteilen lasst. Jede Person erhält jeweils ein Paket. Öffne es und registriere, was und von wem das Paket gekommen ist. Es hilft deinem Kind, das Bewusstsein für jedes Paket zu erhöhen, Dankbarkeit zu zeigen und Gier zu reduzieren.

15.
Bleib ruhig, so gut du kannst

Emotionen sind ansteckend. Das Gehirn reagiert durch den Spiegelreflex auf die Gefühle anderer. Dies bedeutet, dass dein Kind eher ruhig bleibt, wenn du ruhig bleibst. Wenn du dich andererseits aufregst, besteht ein höheres Risiko, dass sich dein Kind auch aufregt.

16.
Kommuniziere mit gewaltfreier Kommunikation

Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg hilft dir, konstruktiv zu kommunizieren, was du siehst, was du fühlst, welche Bedürfnisse du hast und was deine Bitte an die andere Person ist. Es hilft dir und deiner Familie, ruhig zu bleiben und Zusammenarbeit zu fördern.

17.
Hör auf deine und die Bedürfnisse deiner Familie

Hast du oder dein Partner das Bedürfnis, Sport zu treiben oder einen Moment für sich zu haben? Helft euch gegenseitig, euer Bedürfnis zu erfüllen. Dies erleichtert es, in anderen Situationen ruhig zu bleiben. Wenn dein Kind Mutter- oder Vaterzeit benötigt, helft euch gegenseitig, eure Bedürfnisse zu erfüllen. Der Rest der Weihnachtszeit wird besser zusammen, wenn ihr versucht, die Bedürfnisse des anderen zu erfüllen. Natürlich, nur wenn es geht und nicht zu Übertreibungen führt.

18.
Verwende "ich" beim kommunizieren

Die Verwendung von “ich” in der Kommunikation erleichtert dem Empfänger das Zuhören. Die Verwendung von “du” kann leicht als Angriff auf die andere Person wahrgenommen werden, und der Empfänger hört möglicherweise nicht mehr zu oder wird irritiert.

19.
Erinnere dich daran, dass du Weihnachten feiern möchtest

Viele Konflikte entstehen, wenn man das Gefühl hat, dass etwas getan werden MUSS. Es ist nicht motivierend, etwas zu tun, weil es getan werden MUSS. Erinnere dich daran, dass du Weihnachten feierst, weil du Weihnachten feiern möchtest und nicht, weil du musst. Erinnere dich daran, dass du Weihnachtsvorbereitungen machst, weil du möchtest und nicht, weil du musst. Ein Perspektivwechsel hilft dir, motiviert zu bleiben.

20.
Ignoriere kritische Kommentare

Bekommst du einen Besuch von den Schwiegereltern oder einem anderen Verwandten, der glaubt, alles zu wissen? Und der glaubt, das Recht zu haben, ständig Kommentare abzugeben und Tipps zu allem zu geben? Ignoriere die Kommentare. Atme tief ein, lächle und bedanke dich für seine/ihre Tipps. Entscheide dich, dass es sich nicht lohnt, sich zu ärgern. Und zusätzlich zu riskieren, dass deine Kinder auf deine Verstimmung reagieren. Du kannst das Verhalten der anderen Person sowieso nicht ändern. Das einzige, was du  ändern kannst, ist deine Reaktion.

21.
Beruhige dich zuerst

Manchmal gibt es trotz aller guten Absichten trotzdem Streit. Wenn du dich aufregst, beginnt ein chemischer Prozess in deinem Körper. Nimmt dir Zeit, um dich zu beruhigen, bevor du versuchst, den Konflikt zu lösen. Kannst du in einen anderen Raum gehen, tief durchatmen und aus dem Fenster schauen? Oder kann dein Partner die Kinder übernehmen und du kannst eine Weile joggen gehen?

Nach Weihnachten

22.
Spricht über Verbesserungs-möglichkeiten

Habt ihr euch zu Weihnachten doch viel gestritten? Sprecht darüber, was ihr für nächstes Weihnachten ändern könnt. Und schreibt auf, worüber ihr gesprochen habt. Bis zum nächsten Jahr ist es noch ein langer Weg, und man kann leicht bis dahin vergessen, worüber gesprochen wurde.

23.
Denk über dein Verhalten nach

Bewerte dich selbst. Sei ehrlich. Gibt es etwas, das du getan hast und das zu mehr Konflikten geführt hat? Wie waren deine Erwartungen? Was hättest du anders machen können? Was möchtest du für das nächste Jahr ändern? Der beste Weg, etwas zu ändern, besteht darin, sich selbst zu ändern. Nur das kannst du kontrollieren. Und du hast ein ganzes Jahr Zeit eine Veränderung zu machen.

24.
Bedaure dein Verhalten

Ist etwas passiert, das du bedauerst? Bedauere deine Verhalten. Deine Kinder lernen aus deinem Vorbild und lernen so, über ihre eigenen Handlungen nachzudenken und Verantwortung dafür zu übernehmen.

Fazit

Weihnachten ist eine Zeit für Familie, Liebe und Dankbarkeit. Aber auch eine Zeit, die Potenzial für viele Konflikte hat. Mit Vorbereitung können viele Konflikte vermieden werden. Sicherlich wird es aber trotz aller guten Absichten immer noch Konflikte geben. Und es ist auch in Ordnung, dass Konflikte entstehen und auf diese zu reagieren. Wichtig ist die Anzahl der Konflikte und der Umgang mit den Konflikten. Und wenn ihr euch viel streitet und du das Gefühl hast, den Konflikt nicht gut gemeistert zu haben. Es ist okay! Mach dir keine Vorwürfe. Einfach weitergehen und das Verhalten beim nächsten Mal ändern. Schließlich wollen alle zu Weihnachten wirklich dasselbe: die Familie treffen, die Zeit genießen und dankbar sein für das, was wir haben.